Donnerstag, 16. Oktober 2014

Die NLB am Ende?



1999, 2008 und nun 2014? Erhält das Buch der Rückzüge des HC Martigny beziehungsweise des HC Red Ice ein neues Kapitel? Die Berner Zeitung bringt wieder einen Stein ins Rollen, der bereits seit der Sommerpause rollt. Nur war die Aufmerksamkeit dem Konkurs der Basler Sharks wegen nicht vorhanden. Dem HC Red Ice Martigny-Verbier-Entremont, wie der Unterwalliser Verein ausgeschrieben heisst, sollen nämlich die russischen Investoren abspringen. Bereits im Sommer war zu hören, dass weniger Geld in den Hockeyverein gesteckt werden soll. Diverse NLB-Topspieler (Mikhailov, Girardin, Sutter, Shastin, Grezet) liessen die Unterwalliser ziehen. Dank insgesamt fünf (!) B-Lizenzen konnte immerhin auf dem Papier gleichwohl eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammengestellt werden. Der Schein trügt damit. Denn fünf Spieler mit B-Lizenzen sind bei einem Kader von neun Verteidigern und 14 Stürmern ziemlich viel. Insbesondere wenn zwei der B-lizenzierten (Borlat und Wick) wichtige Rollen einnehmen (beide in der 1. Linie, Einsätze in den Special Teams). Ob das sportlich langfristig gut gehen kann, ist daher völlig offen. Soll der Geldhahn tatsächlich komplett zugedreht werden, dann heisst es möglicherweise einmal mehr für einen NLB-Verein: Gute Nacht. Dabei behaupteten die seriösen Investoren bei ihrem Einstieg im Jahre 2010 langfristige Pläne zu verfolgen. Die NLA als Ziel, ja warum nicht sogar in die KHL, wie noch anfangs dieses Jahres fantasiert wurde. Jetzt soll dem doch wieder anders sein. Die russischen Investoren besitzen 70 Prozent der Aktien, vom Budget würden sie allerdings nur das Defizit abdecken, welches Ende Jahr entstehe und nicht durch Sponsoringbeiträge gedeckt werden könne. Im Frühling wurde der bisherige Geschäftsführer Andrei Nazheskin, ein Russe, durch Anders Olson, ein Schwede, ersetzt. Alles ein Schritt in Richtung Professionalisierung hiess es seitens der russischen Investoren. Trotz den Gerüchten über einen Rückzug der Russen blieb es also bisher ruhig - bis zum heutigen Artikel der Berner Zeitung. Der allerdings wie erwähnt keine Neuigkeiten im Vergleich zum Sommer hervorbringt. Der Zeitpunkt ist wohl einfach besser gewählt, als damals bei Sharks-Chaos. Und mit Aussagen von Ueli Schwarz wie "mit lediglich 8 Teams hätten wir Alarmstufe Dunkelrot erreicht" werden die Gerüchte natürlich auch nicht entschärft.

Eine andere Meldung
Gleichzeitig geht eine andere Meldung beinahe unter. Nämlich die, dass der HC Ajoie vergangenen Saison einen Verlust in der Höhe von 41'700 Franken zu verzeichnen hatte und sein Budget von 3,5 Millionen auf 2,84 Millionen senken musste. Der Verlust resultierte wegen dem Verpassen der Playoffs. Und er wäre weit höher ausgefallen, hätten die Spieler nicht selber bluten müssen - der Vertrag sah anscheinend eine Kürzung des Lohnes beim Verpassen der Playoffs vor. Trotzdem: sollten die Jurassier die Playoffs noch einmal verpassen, wäre es gar nicht auszudenken was das für Folgen haben können. Bereits so haben die Ajoulots nur noch ein Budget im hinteren Mittelfeld der NLB. Und das wird vorerst vermutlich auch so bleiben. Sich um Red Ice zu sorgen ist anhand der obigen Ausführungen daher ein wenig übertrieben. Die Anzeichen über einen Rückzug der Investoren verstärken sich nicht. Das Auseinanderfallen der NLB hingegen wird mit solchen Meldungen gleichwohl zusätzlich genährt. Zumindest Lösungsansätze ins Auge zu fassen, scheint daher unweigerlich ein Muss zu sein.

Zweiklassengesellschaft
Das Problem beziehungsweise der Fluch der zweithöchsten Liga des Schweizer Eishockeys wurde bereits nach dem Konkurs der Basler Sharks angesprochen. Bereits waren die ersten Personen (Jean-Marie Viaccoz) mit Ideen wie einer "Super-1.-Liga" zur Stelle. Die Liga selbst stärkte der NLB an der Vorsaisonkonferenz den Rücken. Ligapräsident Marc Furrer möchte ein Derby Langenthal-Olten nicht missen. Es zeigt sich aber länger wie mehr, dass die NLB zu einer Zweiklassengesellschaft verkommt. Gleichzeitig befindet sich die NLB zwischen Stuhl und Bank. Während seit Jahren moniert wird, dass ein Aufstieg in die NLA für NLB-Teams kaum möglich sei und ausserdem in einem finanziellen Abenteuer verbunden sein, beklagen die 1.-Liga-Vereine dasselbe, wenn sie in die NLB aufsteigen möchten. Keine Vereine von unten, und in der eigenen Liga sterben die Verein weg. Das ist wahrlich keine rosige Zukunft. Was die Zweiklassengesellschaft anbelangt: Olten, Langnau, Langenthal, Visp und eventuell noch La Chaux-de-Fonds stehen finanziell gesund da. Olten, Langnau und Visp haben regelmässig höhere Zuschauerzahlen zu präsentieren, die in manchen Runden sogar die von einigen NLA-Vereinen übertreffen (weit über 3000). Gerade einmal Langnau und neu Olten haben längerfristig ein NL-taugliches Stadion. Die Voyeboeuf in der Ajoie gleicht an manchen Stellen einer Wellblechhütte, das Forum in Martigny scheint ähnlich alt zu sein wie die römischen Ausgrabungen gleich nebenan und die Kunsteisbahn in Küsnacht ist nicht mehr als eine Trainingshalle.

Hochnäsigkeit
Der Plan von zwei 12-er Ligen ist anhand der heute vorhandenen Fakten unrealistischer denn je. Es fehlt schlichtweg das wirtschaftliche Potential dazu. Zwei Zehnerligen wie im Fussball wäre die perfekte Lösung, die leider hauptsächlich an den Ängsten der NLA-Vereine scheitert. Denn dafür müssten zwei NLA-Vertreter in die noch immer unbeliebte NLB absteigen. In die designierte Pleiteliga. Und dies obwohl Vereine wie Ambri regelmässig mit den Finanzen zu kämpfen haben. Ganz abgesehen von den fehlenden NL-tauglichen Stadion insbesondere in Genf und wiederum in Ambri. Es ist nur zu hoffen, dass die Hochnäsigkeit für gewisse NLA-Vereine nicht zum Boomerang wird - in ein paar Jahren könnten nämlich plötzlich nicht mehr NLB-Vereine, sondern NLA-Vereine wegen Finanz- und Stadionproblemen in den Schlagzeilen stehen. Das scheint aber weit weg zu sein. Das zeigt sich auch darin, dass die Langnauer trotz mässigem sportlichem Erfolg in der zweithöchsten Liga teilweise noch immer hochnäsig über die NLB reden. Das ist Zeugnis von der manifestierten, negativen Meinung über die NLB (zumindest in den Vereinsführungen). Das wird kaum zu ändern sein. Wenn die perfekte Lösung nicht möglich ist, gebe es noch die Variante einer geschlossenen NLA. Oder einem Konstrukt mit Farmteams in der NLB. Langnau, Langenthal, Visp, Olten und wohl auch La Chaux-de-Fonds werden da ganz sicher nicht mitmachen wollen. So würde nämlich die eigene Identität aufgegeben, die Fans würden zwangsläufig Abstand von den Vereinen nehmen. Die amerikanische Hockeykultur kann nicht einfach auf die schweizerische adaptiert werden. Die GCK Lions haben nicht nur wegen dem fehlenden Einzugsgebiet selten mehr als 200 Zuschauerinnen und Zuschauer. Immerhin füllten die Küsnachter früher ihre Halle regelmässig.

Sturm nach vorne
Zurück zur Aktualität: Die äusserst tiefen Zuschauerzahlen in Martigny (knapp über 600) könnten ein weiteres Indiz sein, dass sich die Investoren zurückziehen möchten. Vielleicht liegt es auch darin, dass ein Stadionneubau nicht voranschreitet. Der Grund sind sicher auch die Animositäten im Wallis, sich für Fusionen auszusprechen und somit die Kräfte zu bündeln. Im 2012 entstand die Idee Red Ice und Sierre zusammen zu führen. Unter anderem wegen heftiger Gegenwehr aus Sierre wurde davon abgelassen. In der Schweizer Hockeykultur funktionieren solche Spiele nun mal nicht - so wenig wie eine Farmteamliga. Egal wie kleinkarriert das ist, aber Kulturen sind nicht von heute auf morgen zu ändern (als Mini-Exkurs sei erwähnt, dass Red Bull dies mit dem Fussballclub Austria Salzburg versuchte. Neben Red Bull Salzburg existiert heute die Austria Salzburg ebenfalls (wieder): http://www.11freunde.de/video/das-fussballmaerchen-von-salzburg). Sierre ging ein Jahr später Konkurs und versucht seither in der 2. Liga einen Neuanfang. Die Zuschauerzahlen sind teilweise höher als vorher in der NLB (1719 gegen HC 3 Chêne). Selbst die Basler, die sich im 1. Ligisten EHC Basel Kleinhünigen wieder gefunden haben, haben mit 983 Zuschauern zuletzt gegen den EHC Burgdorf kaum weniger Zuschauer als in der NLB. Das Hockey ist in der Schweiz nicht auf verlorenem Posten. Nur denkt man zu gross. Zwei Zehnerligen im Profi- beziehungsweise Halbprofibereich sind das Maximum. Wird dies nicht angestrebt, kann es für Vereine wie Langnau, Olten, Langenthal oder Visp eigentlich nur eines geben: den Sturm nach vorne in die NLA - oder langfristig in einer NLB mit ungewisser Zukunft versauern. Denn geht die NLB unter, dann werden dies mit ihr auch die bis heute erfolgreichen NLB-Vereine tun. Eine automatische Integrierung in die NLA ist ein Wunschdenken.

Die aktuellen Artikel zu Red Ice:
http://www.bernerzeitung.ch/sport/hockey/Die-NLB--eine-tickende-Zeitbombe/story/18295995
http://www.bernerzeitung.ch/sport/hockey/Ich-mache-mir-Sorgen/story/26012214

Eine weiterer interessanter Artikel zu Red Ice:
http://www.nzz.ch/aktuell/sport/eishockey/russen-statt-roemer-1.17800407

Montag, 23. Juni 2014

Nicht nur des FCB, sondern auch der Identität wegen - das Ende der Sharks und die Auswirkungen für die NLB

Als Sport-, Eishockey und NLB-Begeisterter war die Nachricht heute Morgen ein Schock. Von der einen auf der anderen Sekunde war ich hellwach und fühlte mich in einem Albtraum. Die Realität hatte mich schnell wieder. Es ist schliesslich grundsätzlich nicht überraschend, dass die EHC Basel Sharks ihren Rückzug aus der NLB bekannt gaben. Einzig der Zeitpunkt war unvorhersehbar. Es ist auch klar: jetzt kommen alle Möchtegern-Experten aus ihren Löchern gekrochen, die superschlauen Chronisten (oder zumindest einer) lassen ihre Kommentare los und wissen was alles schief gelaufen ist. Als einer der zumindest behaupten darf, die NLB-Szenerie ein wenig zu kennen, sieht aber Probleme, die das tragische Scheitern des Basler Eishockey erklären und das gesamte NL-Hockey verändern könnten.

Die Sharks, wie sie seit 2009 heissen, haben seit Jahren und seit ihren glorreichen Zeiten in den 40-er und 50-er Jahren Probleme, das Spitzenhockey in der Region Basel (wieder) zu verankern versucht. Die Hauptschuld wird dem FCB in die Schuhe geschoben, dass dies nicht funktionierte. Die Leute seien nur Fussball-, aber nicht Hockeyinteressiert. Die Argumentation greift zu kurz. Auch der FCB hatte kurz vor der Jahrtausendwende ums (sportliche) Überleben zu kämpfen. Um die Jahrtausendwende begann allerdings der Aufbau, der in der heutigen Dominanz gipfelt. Das Eishockey konnte da nicht nachziehen, beziehungsweise war damals ebenfalls in einer (dauerhaften) Schaffenskrise. Der Fussball war schneller, konnte diese Lücke schliessen. Ausserdem versuchte sich das Eishockey immer wieder neu zu erfinden, was zu einer Identintätskrise führte und ein Mitgrund für den Untergang des Basler Eishockeys ist. Vor ein paar Wochen sprach ich noch mit einem ehemaligen Präsidenten des EHC Kleinhünigen über das Eishockey. Damals als Ende der 80-er Jahre der EHC Basel bankrott war und nur dank Donatoren gerettet werden konnte. Damals als der EHC Basel die Nähe zum EHC Kleinhünigen suchte. Der besagte ehemalige Präsident war ein Befürworter einer Fusion von Kleinhünigen und Basel. Er sah, dass zwei Vereine nebeneinander nicht bestehen können, bzw. nur mit einem gemeinsamen Weg, auch der sportliche Erfolg zurückkehren kann. Das war allerdings nicht zur Freude aller Anhänger von Kleinhünigen. Der Verein hiess zwar "EHC Basel Kleinhünigen Dragons", doch war schnell klar, dass das "grosse" Basel dem Anhängsel Kleinhünigen nicht wirklich Beachtung schenken wollte. Die Kleinhünigen-Anhänger befürchteten dies und deshalb habe dieser ehemalige Präsident einige negative Feedbacks erhalten - anscheinend bis heute. Durch das arrogante Verhalten ging ein Teil der Fangemeinschaft verloren. Als im Jahre 2000 die Basler in die NLB zurückkehrten, hatten sie noch einen vergleichsweise grossen, harten Kern. Ich mag mich gut erinnern, wie die Basler regelmässig für Stimmung im Kleinholz in Olten gesorgt haben. Es ging aufwärts, bis in die NLA - die Zuschauerzahlen waren nicht berauschend, aber akzeptabel. Dann im 2009, nach dem letzten NLA-Abstieg, wieder ein Neuanfang und damit das Einläuten des definitiven Ende. Von nun an sollen die Basler "Sharks" heissen. Kleinhünigen ist längst vergessen, die letzte Identifikation wird jetzt auch noch aufgegeben. Der harte Kern wendet sich ab, die Stimmung im Stadion gleicht Beerdigungen, die letzten Mohikaner versuchen zwar alles, Begeisterung und Identifikation sieht aber anders aus.

Überheblichkeit und Ignoranz
Nicht nur die Identifikation fehlt fortan, auch eine realistische Strategie. Zuerst "futterte" man CEO Beat Kaufmann weiterhin durch, hinterfragte die administrativen Strukturen zu wenig. Schliesslich war der letzte Verwaltungsratspräsident der Basler auch schlichtweg zu unerfahren. Aber gerade er gehört ebenfalls zu den Totengräbern, auch wenn er die Schuld hauptsächlich allen anderen gibt. Klar, die Unterstützung fehlte, er hat sein ganzes Herzblut in den Verein gesteckt, das kann seine Fehler nicht kaschieren. Ich habe keinen Einblick in den Arbeitsalltag, keinen Einblick in die Bücher der Sharks, aber die Kommunikation einer Person nach aussen, verrät doch einiges über ihr Denken und Verhalten. Vor zwei Jahren wurde grossklotzig bekannt gegeben, dass die Sharks endlich einen Schritt nach vorne machen müssen und die Halbfinals zu erreichen hätten. Und dies obwohl seit insgesamt 12 Playoff-Partien kein einziger Sieg mehr gelungen ist. Das sollte mit der komischen Taktik realisiert werden, eine Juniorenlinie ins Team einzubauen und gleichzeitig ganz vorne in der NLB mitspielen zu wollen. Beides geht nicht, entweder oder, aber das wollte Verwaltungsratspräsident Matthias Preiswerk nicht einsehen. Es folgte der blanke Horror - sportlich und kommunikativ. Matthias Preiswerk war dermassen persönlich beleidigt ob dem sportlichen Abschneiden, dass er noch vor dem definitiven Scheitern um einen Playoffplatz, entschied, das Sonntagsgeschirr zu verscherbeln. Dies weil die Mannschaft enttäuscht habe und so die Playoff-Qualifikation ohnehin nicht verdient hätte. So könne das Defizit in Grenzen gehalten werden. Ein freiwilliger Verzicht auf die Playoffs also. Was finanziell sinnvoll gewesen sein mag, war imagetechnisch und kommunikativ verheerend. Wie sollte so der Goodwill bei den Fans gesteigert werden? Die Zielausgabe wurde auf letzte Saison hin nach unten korrigiert, mit der Androhung, dass noch einmal eine solche Horror-Saison nicht passieren dürfe, sonst müsse man sich das Projekt Basel Sharks ernsthaft überdenken. Es wurde eine durchzogene Saison. Es resultierte ein Sieg in den Playoffs. Es war ein Treten an Ort und Stelle. Die Verwaltungsräte mussten weiterhin Geld einschiessen. Der letzte Rettungsanker wäre gewesen, die Eishalle übernehmen zu können bzw. selber bewirtschaften zu können. Dies scheiterte laut Preiswerk aber anscheinend auf politischer Ebene. Zumindest die Stadt Basel war nicht bereit, dass die Sharks selber über die Nutzung der Eishalle bestimmen können. Es ist aber klar, dass es für einen Hockeyverein heutzutage unabdingbar ist, sich über Catering etc. finanzieren zu müssen, um überleben zu können. Ohne diesen letzten Rettungsanker sah sich der Verwaltungsrat gezwungen, das Schiff sinken zu lassen. Der letzte Zahn des Hais war gezogen. Ob mit der Übernahme der Bewirtschaftung der Eishalle, wirklich alles rosiger gewesen wäre, darf bezweifelt werden. Möglicherweise wäre der kranke Patient einfach länger im Koma gehalten worden.

Die Folgen fürs Eishockey und die NLB
Morges, Chur, Martigny, Neuenburg, Sierre und jetzt Basel. Das sind die sechs Vereine, die seit 2007 bankrott anmeldeten oder sich aus finanziellen Gründen aus der NLB zurückzogen. Das ist vergleichsweise viel, für eine Liga, die sportlich enorme Fortschritte gemacht hat. Da negative Meldungen höher gewichtet werden, als positive, wird die NLB daher das Image der Pleiten- und Witzliga nicht los. Obwohl jede und jeder, der ein paar Spiele in der NLB angeschaut hat weiss, dass das sportliche Niveau erstaunlich hoch ist. Das administrative hingegen krankt. Dank Teleclub ist die mediale Präsenz ein wenig gestiegen, der Schweizer Cup wird da ebenfalls mithelfen. Trotzdem ist die Lukrativität für Sponsoren in der NLB weiterhin gering. Kommt hinzu, dass die Basler wie diverse andere Vereine in der Vergangenheiten glaubten, dass mit Investitionen in die Mannschaft und dem allfälligen Erfolg, das Geld von allein fliesst, die Zuschauer in Scharen kommen würden. Sport ist nicht planbar, daher ist es tödlich, mehr auszugeben, als vorhanden ist. Das habe ich bereits als junge Nichtsnutz in meiner halbwissenschaftlichen Maturaarbeit 2007 festgestellt: überhöhte Investitionen und Topspieler garantieren keinen Zuschauerzuspruch oder sportlichen Erfolg. Leider gibt es immer wieder Vereinsverantwortliche, die von der Quadratur des Kreises überzeugt sind. Neun NLB-Teams, das ist sehr wenig. Zwei Zehnerligen wären sinnvoll. Zwei durchlässige Zehnerligen. Dagegen werden sich die NLA-Vereine allerdings sträuben. Die Wahrscheinlichkeit einer geschlossenen Liga ist grösser, auch wenn sportlich betrachtet problematisch und nicht unbedingt erfolgsversprechender (die Beispiele Finnland und Deutschland haben dies unlängst gezeigt).

Wer die NLB betrachtet und mit ihr die Entwicklung der letzten Jahre, wäre nicht überrascht, wenn die Basler nicht der letzte Verein wären, der sich aus der NLB unfreiwillig verabschieden würde. In Thurgau versucht man zwar etwas solides aufzubauen, mit gesunden Finanzen. Profitabel ist das Hockey aber nicht. Unlängst wurde moniert, dass mit diesen Zuschauerzahlen die Heimspiele Kosten, anstatt Gewinne verursachen. Ob das langfristig funktionieren kann ist fraglich. Ausserdem ist man auf den Goodwill der Investoren angewiesen. Bei Red Ice kündeten die russischen Investoren an, nicht mehr so viel Geld in den Verein investieren zu wollen. Die besten Spieler haben Martigny bereits verlassen. Es würde nicht überraschen, wenn die Unterwalliser in absehbarer Zeit einmal mehr in die Amateurligen verschwinden würden. Der HC Ajoie hält sich zwar wacker in der NLB, aber anscheinend profitieren sie vor allem vom Geld aus der Tabakindustrie. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten ganz hinten im Jura sind beschränkt, sollte dieses Geld einmal nicht mehr fliessen. Trotzdem: der HC Ajoie verhält sich unauffällig und spielt mit den vorhandenen Mitteln seit Jahren erstaunlich erfolgreich in der NLB mit. Die GCK Lions im Weiteren spielen in Anbetracht über Sein- und Nichtsein der NLB keine Rolle. Sie sind von den ZSC Lions quersubventioniert, haben ausserdem keine sportlichen Ambitionen und sind somit kein Pfeiler der NLB. Sportlich betrachtet gibt es daher zur Zeit fünf Mannschaften die, die NLB tragen. Wobei auch beim HC La Chaux-de-Fonds die finanzielle Situation nicht ganz klar ist. Auch die Neuenburger hatten bereits zu kämpfen. Im Moment scheinen sie aber gesund zu sein. Dasselbe gilt für Langenthal. Zwar gab es zuletzt stets Defizite, doch man scheint auf gutem Wege zu sein, diese strukturellen Probleme zu beheben. Auch dank grosszügigen Göttis. Der Vorteil: man ist nicht nur auf einen einzigen angewiesen. Langnau könnte mit dem vorhandenen Finanzpotential noch immer in der NLA mitspielen. Die Probleme liegen dort eher im amdinistrativen Bereich. Visp schreibt seit ein paar Jahren schwarze Zahlen, kommt noch ein neues Stadion, werden die Visper (auch ohne Namensänderung) zu so etwas wie dem EHC Wallis. Hier wissen die Investoren, in was sie ihr Geld stecken. Und zu guter letzt noch Olten, das seit seinem Beinahkollaps im 2004 auf einer soliden Basis einen erfolgreichen NLB-Verein aufgebaut hat, mit einem wirtschaftlich pontenten Umfeld (auch wenn die Stadt selbst finanziell marode ist).

Bereits nach den Konkursen der anderen NLB-Vereine seit 2007 befürchteten einige, eine Veränderung der NLB. Bis heute ist wenig passiert. Im Gegenteil, sportlich attraktiver, das Ansehen ist eher noch höher. Die Finanzprobleme von Vereinen im regelmässigen Abstand, helfen allerdings nicht, das Image zu verbessern. Ausserdem gehen der Nationalliga langsam die Verein aus. Vor Jahre träumten ein paar Verblendete noch von einer 16-er NLB. Heute darf man froh sein, wenn die NLB in dieser Form noch eine Daseinsberechtigung hat. Für einen gesunden Sport müsste sie. Aber wie bereits erwähnt nur mit zwei 10-er Ligen. Denn für mehr ist das Potential in der Schweiz einfach nicht vorhanden. Dass dies auch die Mehrheit der Nationalliga so sieht, scheint im Moment unwahrscheinlich. Viel mehr sehen sie sich wohl im Konkurs der Sharks bestätigt, dass nur eine geschlossene NLA das Hockey gesund halten könne. Ohne dabei auf die genauen Gründe des Scheiterns des Baslers Eishockeys einzugehen.

Freitag, 16. November 2012

Nizza - Eintrag 17

J'arrive déjà au fin de mon court séjour langage à Nice. Donc j'ai fait des cours hier, dans un magasin de vêtements français. La mode français est chère - on n'a plus besoin de dire. À l'école nous avons encore regardé un film français. En général, j'aime le film français, mais chez "Ensemble, C'est Tout", le scénario est trop prévisible - un film d'amour avec niveau pour Mami. ;-) Avec ces mots, je termine le blog de Nice. Pour moi  il était un plaisir d'être à Nice particulièrement étant donné que je pouvais prolonger "mon" été indien. Les effets du séjour pour mon français, je ne peut pas estimer. Mais s'il y aurai des effets, j'espérerais qu'ils sont positif. Ich bin bereits am Ende meines kurzen Sprachaufenthaltes angelangt. Folglich kam gestern noch die Kreditkarte für ein paar Einkäufe zum Einsatz. Nur so viel: französische Mode ist teuer. In der Schule haben wir heute noch einen Film geschaut. Grundsätzlich bin ich ja ein Fan vom französischen Film, aber "Zusammen ist man weniger allein" verläuft zu stark nach Hollywoodmuster. Einfach gesagt: ein niveauvoller Liebesfilm für Mami. ;-) Mit diesen Worte beende ich meinen Blog zu Nizza. Ich genoss es hier, vor allem weil ich so "meinen" Altweibersommer noch etwas verlängern konnte. Die Auswirkungen auf mein Französisch kann ich allerdings nicht abschätzen. Sollte es aber irgendwelche geben, dann sind sie hoffentlich nur positiv.

Mittwoch, 14. November 2012

Nizza - Eintrag 16 - Cannes

Après hier soir où j'avait cuisinié le dîner avec quelques copines à la residence de l'école, j'ai visité Cannes aujourd'hui après l'école. Cannes semble être plus élitaire que les autres lieu de la Côte d'Azur, Monaco excepté. L'image pourrait provenir de festival de Cannes, si tous les actrices et acteurs se présentent à Cannes. L''attraction principale à Cannes est la rue directement le long du mer. Ça ce n'est pas beaucoup de regarder, c'est pourquoi j'ai fait aussi un court crochet sur l'Île St. Marguerite. L'Île serait avec le grand fort et les divers points de vue très intéressant, si on avait plus de temps que moi. Comme le dernier bâteau est déjà parti à cinq heures de l'Île, je n'avait pas assez de temps. Et puis il n'y a pas beaucoup d'images de cet éxcursion. Comme j'ai chargé l'accu de mon appareil photo pendant la dernière nuit et parce que je ne suis pas un homme matinal, j'ai oublié prendre l'accu de mon chargeur. Bon, sans d'accu, il n'y a pas des photos. Heureusement quelqu'un a inventé le I-phone avec un appareil photo intégré en cas d'urgence. Gestern hiess es ausnahmsweise selber kochen. In der Wohnresidenz der Schule bereitete ich mit zwei Schulkolleginnen zusammen das Nachtessen zu. Heute besuchte ich noch Cannes, um das Minimum der "Must see" abgedeckt zu haben. Mit Ausnahme von Monaco, erscheint von den bisherigen besuchten Orte, Cannes am elitärsten. Dieses Image dürfte von den Festspielen herrühren. Die Hauptattraktion in Cannes ist die Strasse am Meer entlang. Das gab für mich nicht genug her, so dass ich noch einen kurzen Abstecher auf die Insel St. Marguerite wagte. Viel Zeit hatte ich dort allerdings nicht, da bereits 17.00 Uhr das letzte Boot in Richtung Festland ablegte. Die Insel wäre mit dem grossen Fort und den diversen Aussichtspunkten auf jeden Fall einen Tagesausflug wert. Viele Fotos konnte ich heute nicht schiessen. Da ich den Fotoakku letzte Nacht auflud, diesen in meinem morgendlichen Halbschlafstress aber vergass dem Ladegerät zu entnehmen, blieb der Fotoapparat heute arbeitslos. Zum Glück hat jemand das I-phone mit intergrierter Kamera für Notfälle erfunden.

Montag, 12. November 2012

Nizza - Eintrag 15 - Antibes

Antibes est une jolie lieu, avec une vieille ville meditérranée qui est moins vivant que Nice. C'est pourquoi, j'aime Nice encore plus qu'Antibes. Mais le port de plaisance est impressionnant. Aussi toutes les ruelles et les remparts le long de la plage. En plus, j'ai vu la première fois une voiture avec un numéro Suisse aujourd'hui à Antibes: un Ferrari blanc du canton des Grisons. Antibes ist ein schön gelegener Ort mit einer mediterranen Altstadt. Allerdings ist Antibes weit weniger lebhaft als Nizza, womit ich Nizza klar bevorzuge. Besonders der grosse Jachthafen, aber auch die engen Gässchen in der Altstadt oder die Befestingungsmauern dem Strand entlang sind gleichwohl beeindruckend. Ausserdem habe ich in Antibes zum ersten Mal ein Auto mit Schweizer Nummer entdeckt: ein weisser Ferrari mit Bündnerkennzeichen.

Sonntag, 11. November 2012

Nizza - Eintrag 14

C'était un weekend à mon gré. Manger, dormir et faire rien - seulement jouir du weekend. Après il avait plu hier, aujourd'hui le temps etait à l'après-midi vraiement bien. Donc je montais une deuxième fois sur le vieux château pour jouir d'une vue excellente sur Nice. Et pour finir le weekend, j'ai regardé le jeu entre Chelsea et Liverpool dans un bar. Pour le dîner notre père d'accueil a cuisinié une spécialité bretone, parce que son lieu d'origine son de la Bretagne. Si j'ai compris tous correct, il nous a cuisinié la saucisse "andouille de vire" avec une sauce moutarde et purée pommes de terre - selon l'odeur de la saucisse, c'est possible, je pense. Mail il était vraiement bien. Demain commence déjà la dernière semaine pour moi, encore un niveau plus haute que les dernières deux semaines. Das war ein Wochenende ganz nach meinem Geschmack: Essen, Schlafen, nichts tun - einfach das Wochenende geniessen. Nach dem es gestern vornehmlich regnete, zeigte sich heute nach dem Mittag tatsächlich noch die Sonne, sodass ich noch einmal zum alten "Schloss" hochstieg um den wunderbaren Blick auf Nizza geniessen zu können. Zum Abschluss des Wochenendes führte ich mir noch das Spiel Chelsea-Liverpool in einer Bar zu Gemüte. Zum Nachtessen kochte unser Gastvater ausserdem eine bretonische Spezialität, also etwas von seinem Herkunftsort. Wenn ich es richtig verstanden habe, hiess die Wurst "Andouille de Vire" und war an einer Senfsauce zubereitet - dem Geschmack nach scheint mir dies durchaus möglich zu sein. Aber es schmeckte sehr. Morgen beginnt also bereits die letzte Woche und dies in einem Level höher als die letzten zwei Wochen.

Freitag, 9. November 2012

Nizza - Eintrag 13

Au week-end, le temps sera un peu froid. C'est-à-dire, au maximum 16 degrée. Mais déjà au Lundi, il y aurait encore une fois 20 degrée et plus. Er comme normal, il pluit aussi ce week-end, après une semaine ensolleilé. Aujourd'hui j'ai visité Cimiez, un colline de Nice, avec un site archéologique gallo-romain et un monastère franciscain. Il est très jolie là avec une bonne vue de Nice et les environnants collines. Am Wochenende werden die Temperaturen etwas sinken. Das heisst es wird noch maximal 16 Grad, bereits am Montag sind aber glücklicherweise wieder 20 Grad und sogar mehr zu erwarten. Und wie beinahe normal soll es am Wochenende nach einer sonnigen Woche wieder regnen. Heute lief ich auf den Hügel Cimiez, welcher ein Stadtteil von Nizza ist. Neben einem schönen Park und einem Franziskanerkloster sind auch ärchologische Funde aus der gallo-romanischen Zeit zu bestaunen. Ausserdem hat man vom Hügel aus ein wunderbarer Blick auf Nizza und die umliegenden geographischen Erhebungen.