Mittwoch, 7. Juli 2010

Boston - Tag 2, Freedom-Trail

Was ist schlimmer, als wenn es in der Stadt selbst bereits zwischen 32 und 36 Grad ist? Genau, wenn die Klimaanlage im eigenen Zimmer nicht funktioniert. Es gibt wohl nichts schoeneres, als im eigenen Schweiss gebadet am Morgen in der Fruehe aufzuwachen. Jede Dusche kommt hier rechtzeitig. Anstatt zu duschen zogen wir zwei Sportler es allerdings vor, noch etwas fuer unsere Gesundheit zu unternehmen: Morgenjogging im angrenzenden Park zur Jugendherberge. Die Dusche danach war wohltuend, aber gleichzeitig ziemlich nutzlos. Denn kaum ins Zimmer zurueckgekehrt, waren wir erneut total durchnaesst, natuerlich von Schweiss. Zumindest gemeldet haben wir das Problem einmal, mal schauen, ob das Land der Klimaanlagen es auch beheben kann.


Was ist der Freedom-Trail?
Ich liess mich vom geschichtlich besser informierteren und dem Reisefuehrer haltenden Andi sehr gut informieren, so dass ich hier nur bedingt mit historischem Hintergrund glaenzen kann. Der Freedom-Trail ist aber ein Stadtrundgang, der zu Fuss auf eigene Faust gemacht werden kann, da einen die ganze Zeite eine rote Linie zu den entscheidenden Monumenten fuehrt. Der Freedom-Trail bringt die Touristen zu Orten, die in einem Zusammenhang mit der amerikanischen Unabhaengigkeit haben und diese symbolisieren. Da Boston fuer diesen Teil der amerikanischen Geschichte ein zentraler Ort war, ist dieser Trail also auch passend. Neben den wichtigsten Personen aus der Unabhaengigkeit, war es unabdinglich an unzaehligen Kirchen vorbeizukommen und zudem lotste der Weg geschickt an Shops und Restaurants vorbei. Wir liessen uns bereits in der Quincy Hall, die auf dem ziemlich grossen Marktplatz Bostons steht, von einem japanischen Fast-Food Restaurant verkoestigen. Nebenbei erwaehnt: Der Bostoner "Market Place" soll nach dem Disney-Land der meist besuchte Platz Amerikas sein.

Natuerlich ging auch die WM nicht spurlos ans uns oder zumindest nicht an mir vorbei. Fuer die zweite Halbzeit fanden wir uns in einem Pub ein und sahen dabei natuerlich auch das Tor der Spanier.


Was war speziell heute?
Wir trafen in einem der vielen Museen eine Amerikanerin an, die beinahe akzentlos Deutsch sprach.
Als wir uns Wasser besorgten, fanden wir heraus, dass ein Marokkaner fuer die Deutsche-Elf war, er leider mit seiner Unterstuetzung aber falsch liegen sollte.
Dass man in Metros immer aeltere Angestellten um Hilfe bitten sollte: Die sind zwar etwas langsamer, dafuer kommt man sich zur Metro. Mal schauen ob sich diese Theorie bestaetigen laesst.
In der Jugendherberge, als sich Andi auf den Weg zum "Museum of Fine Arts" machte, traf ich einen Zimmerkollegen an, der aus Mexico stammt. Er wird ebenfalls nach New York und Philadelphia reisen und dabei wie wir jeweils in denselben Jugendherbergen weilen. Zumindest in New York werden wir ihn wohl noch einmal antreffen. Wenn alles klappt werden wir spaeter noch unsere Facebook-Koordinaten austauschen.

Und dann war da noch dies: Egal wie ueberzeugend Schweizerisch wir auch klingen moegen, trotzdem werden wir jeweils zuerst gefragt, wenn denn jemand unsere Sprache annaehernd identifizieren kann, ob wir Deutsche sind. Nun ja, wir muessen leider akzeptieren, dass der grosse Kanton doch recht dominant ist.


Das wars fuer heute. Es ist dabei nicht garantiert, dass jeder Tag von uns hier zu lesen ist. Und jetzt mach ich schluss, da ich schon weit ueber zwei Dollar fuer diesen Spass hier ausgegeben habe. :-)

Dienstag, 6. Juli 2010

We are here - Boston

Wer nicht lesen kann, der muss fuehlen. Oder wer sonst schuettet das Minituetchen Milch, das aussieht wie ein Ketchuptuetchen in der Schweiz, in den Salat und nicht die Sauce selbst? Auch mit Milch war der Flugzeugsalat geniessbar, wenn auch etwas speziell.

Boston hat auf jedenfall Charme und Stil, aber die unglaubliche Hitze ist kaum ertraeglich. 36 Grad und ausser in den Gebaeuden, wie der oeffentlichen Bibliothek, aus der dieser Beitrag hier kommt, ist kaum Abkuehlung zu finden. Die naechsten Tage sind bereits geplant, schauen wir Mal was sie mit sich bringen. Fenwaypark, Freedom-Trail und Whale-Watching waeren zumindest vorgesehen.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Türme einer gefährlichen Macht?

Viele Türme zieren die Schweiz zur Zeit, vorerst wohl nur auf Plakaten, später soll es aber in Immobilien sein, sagen die rechten Kräfte des Landes.


Studien zeigen, dass negative Informationen einen viel grösseren Effekt auf Personen haben, als positive Informationen. Das die Extremparteien wissen wie damit zu spielen ist, ist nichts neues. Als nächstes ist eine Religion im Visier von der die Mehrheit etwa so viel weiss, wie dass in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Hockeyliga existiert. Das Opfer ist schon angeschossen, bevor der Schuss den Gewehrlauf verlassen hat.

Dafür symptomatisch zeigt sich die Weltwoche. Einen Artikel über den Judenhasser und Nazibewunderer Le corbusier, der damals behauptete, dass die gefährlichen, Geldsüchtigen Juden Europa einnehmen wollen und sie deshalb "vernichtet" werden müssen. Was für die Weltwoche hier fremd klingt, wird nur eine Seite weiter vorne als Selbstverständlichkeit betrachtet. Wird dort doch behauptet, dass eine fortlaufende Islamisierung in der Schweiz geschehe und dies nicht ungefährlich für unsere christliche, westliche Welt sein könnte.

Roger Köppel höchst persönlich macht der Ahnungslosigkeit und seinem unprofessionellem Verhalten im Bezug auf dieses Thema alle Ehren. Nicht, dass ich mich als Islamkenner betrachte, aber doch noch so viel mehr verstehe, dass seine Falschaussagen unübersehbar sind. Es gehört leider auch in der Presse vermehrt dazu, zu verallgemeiner, anstatt zu differenzieren. So MÜSSEN bei Köppel ALLE Frauen in islamisch geprägten Ländern mit Kopftüchern herumlaufen, was so nicht stimmt (Türkei, meines Wissen auch Jemen etc.). Schon gar nicht so, wie es auf den SVP-Plakaten abgedruckt ist. Uns ist das Bild der Afghanistanerinnen aus der Talibanregierungszeit anscheinend noch zu present.
Und auch die Proteste zu den Mohammedkarrikaturen werden von ihm überbewertet. 10'000 sollen auf die Strasse gegangen sein und wie viele leben wohl im ganzen arabischen Raum? Im übrigen wurden diese Mohammedkarrikaturen auch in arabischen Zeitungen abgedruckt!
Und auch an Osama Bin Laden habe noch lange nicht alle arabischen Staaten ihre Freude. Aber wer hört schon etwas von Staaten wie Jemen oder Mauretanien, hier in Europa. Es gibt nicht nur den Irak und Afghanistan und dies vergessen viele Leute, erst recht unprofessionelle in Stereotypen festgefahrene möchtegern Recherchejournalisten.

Der Islam ist mehr, viel mehr. Ängste bauen aber nur weitere Schranken auf, anstatt sie zu verstehen helfen. Diese islamische Infiltrierung mag anhand von statistischen Daten logisch erscheinen, dass der Islam sich aber so langsam den Westen unter den Nagel reissen will ist Blödsinn. Gerade in Europa gibt es einige Vertreter des Liberalismus, Muslime für den Dialog und auch wenn der Islam eine andere Kultur ist, die Staatsgebilde oft etwas unterschiedlicher zu unserem sind und sie gerade in religiösen Fragen etwas andere Ideologien haben, sind sie grundsätzlich nicht schlechtere Menschen. Terroristen sind die Minderheit, aber sie kennen die modernen Kommunikationsmittel und die lassen uns dazu verleiten dass dort drüben, im Orient, den eine Mehrheit von uns nicht kennt wenn man ihn sprechen hört, der Terrorismus, Diktatur und die Scharia herrschen! Schöne kleine Schweiz, öffne die Augen, sonst bringst du sie nie mehr auf!

Montag, 20. Juli 2009

Die Stadt der Gegensaetze

Einerseits so offen, andererseits so verschlossen, mehr Unterschiede auf kleinstem Raum koennte es kaum geben, dies ruehrt wohl auch von der grosen Kulturvielfalt her. Toronto die Stadt der Vielfaeltigkeit.


Einerseits die fleischfressenden, Fleischburgerliebenden Kanadiert, auf der anderen Seite, Plakate in der U-Bahn von Vegetarierorganisationen (Warum das eine lieben (Katze) und das andere essen (Kuecken)? Werde Vegetarier). Auf der einen Seite die Stadt der Lichter, Skylines in der Nacht praesentiern die wahre Schoenheit und Groesse einer Stadt, die energieverschwendenen Autofahrer, Klimanalagen an jedem Ort liebenden Bewoherinnen und Bewohner und auf der anderen Seite der Aufruf zum Strom sparen (bei Klimaanlagen oder rette die Voegel, loescht das Licht in der Stadt ab). Dann waere hier noch die abfallproduzierende Gesellschaft, die aber gleichzeitig bis heute einen bereits 30 taegigen Muellstreik ueberlebt hat. Im weiteren sind hier die unzaehligen Freikirchen, oft wohl mit einem ziemlich konservativen Gedankengut und andererseits so liberal wie es wohl wenige verkraften wuerden, mit Fastfoodketten wie Hooters wo das Essen von wenig bekleideten Girls verkauft werden.

Was echter Liberalismus und was echte Offenheit ist, sieht man erst hier wo die Extreme tagtaeglich aufeinander treffen und mit einander auszukommen haben. Indianer und Personen vom alten Kontinent, Dicke und Duenne, Schwule und Konservative. Let live and live together. Nicht immer ganz einfach, aber es scheint besser zu funktionieren als an so manchem Ort!

Dienstag, 7. Juli 2009

Garbage strike

Dinge die nur in Italien oder anderen suedlichen Laender zu erwarten gewesen waeren, koennen offensichtlich auch in anderen Breitengraden geschehen. In der selbst ernannten sauben Stadt, wird das Abfallproblem in Kuerz immer wie unertraeglicher.


Unlaengst warnte Larry Habegger, Kollumnist bei der San Francisco Chronicle, Reisende vor dem Besuch von Toronto. Die als sauber bekannte Stadt steckt naemlich in einem "Abfallstreik". Die Stadtarbeiter sind aufgrund diverser Dinge (Lohn, etc.) zur Zeit in einen Streik getreten, so dass kein Abfall mehr abtransportiert wird, weder von den Privathaushalten noch von den oeffentlichen Orten. So werden bereits Open Ice Rinks benutzt um Abfallsaeck abzulagern, Orte wo im Sommer gerade die Kinder Sport betreiben. Die oeffentlichen Abfalleimer wurden mit Klebstreifen und dergleichen verschlossen und angeschrieben mit: "Zur Zeit ausser Betrieb." Im Moment scheint noch alles ertraeglich, doch spaetestens Ende Woche duerfte es unangenehm werden. Neapel war gestern, Toronto ist heute und ein Besserung scheint im Moment noch nicht in Sicht zu sein. Die Sauberstadt stellt ihr Image aufs Spiel. Eine schnelle Loesung waere wuenschenswert, sonst stinkt es bald gewaltig, schliesslich befinden sich die Stadtarbeiter bereits seit 17 Tagen in Streik.

Heute soll zum ersten Mal seit dem Streikbeginn ein Gespraech zwischen den beiden Parteien stattfinden. Dass damit aber der Streik beendet werden koennte, wird stark bezweifelt, da es einerseits hinter verschlossenen Tueren stattfinden wird und wie angesprochen die ersten Annaehrungsversuche seit 17 Tagen sind.
Unterdessen wurde bereits an einigen Orten der Muell angezuendet und auch die Waschbaeren machen sich hinter die Abfallbergen. Viele Leute koennen die Stadtarbeiter verstehen, nur leiden die Kinder darunter, da oeffentliche Plaetze und Spielorte mit Abfallsaecken gefuellt werden und dies gerade zum Beginn der Sommerferien. Zudem findet am kommenden Wochenende noch das Honda Indy Car Racing Toronto statt, ein weiterer Ort fuer potentielle Muellproduktion.

Zu guter letzt darf nicht vergessen werden, dass wir uns im wohl zweitgroessten Land von Mc Donalds und Co. befinden, die Abfallproduzenten schlechthin also.

Freitag, 3. Juli 2009

Bird attack

Zugegeben, der Zug waere mit Abstand guenstiger und wohl sogar schneller gewesen. Aber aufgrund des nicht allzu langen Aufenthaltes und dem Wechsel von London City Airport nach London Heathrow, lag der Entscheid fuer ein Taxi naeher, auch wenn umso teurer. Zudem machte mir (und auch dem Taxifahrer) der Londoner Verkehr beinahe einen Strich durch die Rechnung. Nun, mein Taxifahrer gab alles, suchte sich mehr als einmal eine Abkuerzung, blinken liess er beim Ueberholen aus und ueberhaupt draengte er sich in jede Luecke nur um moeglichst schnell zu sein. Trotzdem sah ich so noch einiges von London, wie den Big Ben und kam noch ueberpuenktlich in London Heathrow an.


Komische Begegnung mit einem Vogel hatte ich Mitten beim Spaziergang in der Down Town. Ploetzlich schlug mir etwas gegen den Kopf und im Ruecken sah ich einen haemisch "lachender" Vogel. Warum der Angriff? Nur weil mein Cap eine aehnliche Farbe hatte, wie sein Gefieder? Oder sah ich dermassen komisch aus? Mehr Attacken gab es nicht mehr, so war er wohl ganz einfach kurzsichtig,...


Waehrend in Europa die Mehrheit an Armstrongs Leistungen (gerade mit seinen 7 TdF-Erfolgen) zweifelt, sind sich zumindest die kanadischen Abendmoderatoren von TSN sicher, dass Lance kein Doping nahm.


Und in Kanada ist auch in der Off-Season Hockey Trumpf, nichts als logisch ist doch zur Zeit die UFA-Phase noch am laufen und dabei dreht es sich hauptsaechlich um Dany Heatley.
Und zum Schluss noch eine Anekdote zum Tough Guy Mike Komisarek, der vor allem fuer seine Haerte auf dem Eis bekannt ist, aber offensichtlich nicht neben: Denn laut TSN, habe er im vergangenen Winter, da ihm eine 45-minutige Verspaetung zu einem Interviewtermin so unangenehm war, dem Reporter einen Stock mit Unterschrift und anderes Equipment geschenkt,..., so sieht doch gegenseitiger Respekt aus,...

Dienstag, 9. Juni 2009

Der Tanz der Möchtegernwichtigen um den heissen Brei

Was war das doch für ein Sturm von Entrüstung und Widerstand, als bekannt wurde, wer das Areal Olten Süd West kaufen wird! Plötzlich interessierte sich auch der letzte Mohikaner für das Geschehen auf dem stillgelegten Areal der ehemaligen Zementwerke. Wie sich aber zeigt, geht es dabei weniger um die Sache als viel mehr um die politische Profilierung.

Eine Meldung, ein Schrei, der Leopold Bachmann zieht in Olten ein. Sofort wurde dabei von jensten Einwohnerinnen und Einwohnern ganz in der Sensationspressemanier zum negativen Rundumschlag gegen den Investor ausgeholt: Ghettoisierung, Billigbauten, Hochhäuser, Schandflecken der Stadt und der gleichen wurde gerufen. Die Bevölkerung glaubt, schlussendlich reagiert der Mensch auf negative Sensationsschlagzeilen viel stärker als auf die positiven. Die Wirtschaftskrise zeigt da das eine oder andere Beispiel und so gleich auch, dass kaum jemand eine Ahnung hat, wie die Ökonomie überhaupt funkioniert. Dasselbe gilt für den Investor und Schnellbauer Leopold Bachmann. Lieber zuerst schreien und mit simplen, primitiven Aussagen sich profilieren wollen, anstatt langfristig und vor allem etwas differenziert zu denken.

Die Ängste sind nämlich grösstenteils unbegründet wie sich aus den Interviews und den Berichterstattungen zeigen lässt. Trotzdem glauben einige "Volksvertreter" das Böse in Bachmann gefunden zu haben. Jede und jeder auf seine Art, perfekt auf seine Persone angeglichen.

Denn folgende Ängste sind unbegründet, wenn differenziert und objektiv über das Vorhaben palavert wird:
  • Ghettoisierung: Definitiv nicht das Ziel von Leopold Bachmann und erst recht nicht von der Stadt. Eine gesunde Durchmischung, auf die auch explizit geachtet wird. Wir müssen uns damit abfinden, dass rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung aus Ausländern besteht und die wollen auch irgendwo zu wohnen haben. Dass aber auch Schweizer neben Ausländern wohnen können, zeigen eben gerade ältere Projekte von Bachmann, eine gesunde Durchmischung hilft auch wesentlich für eine gute Integration!
  • "Billigwohnungen": Damit soll der vorangegangene Punkte noch ausgeführt werden. Billig ist ein Unwort und dabei wird oft vergessen, dass es noch ein Beinahesynonym dafür gibt: günstig. Bachmann verwendet nicht billige Materialien oder verpflichtet billige Baufirmen. Mit seinem Einmannstil, den mehreren Baumeistern etc. ist er aber in der Lage günstig zu bauen und somit die Wohnungen auch günstig zu vermieten. Dies hat aber nichts mit dem Niveau Bauqualität zu tun. Gewisse Exponenten verwirren ihr Volk gerne mit solchen falsch gebrauchten Wörtern!
  • Schnellbauer: Negativ daran ist einzig das Wort an sich. Das klingt, als ob die Baufirmen unter Dauerdruck und Stress zu arbeiten hätten. Nichts dergleichen, im Gegensatz zu unseren verbürokratisierten Grossfirmen, politischen Institutionen und dergleichen hat der ursprüngliche Österreicher Bachmann einen viel kürzeren Papierkriegsweg. Dies spart ihm enorme Zeit bei der Vorbereitung. Und da er mehrere Bauführer anstellt, mehrere Firmen engagiert ohne einer Lobby anzugehören, ist er auch fähig effizienter voran zu kommen. Ein absolut positiver Faktor, der in unserer langatmigen Gesellschaft und unserem komplexen politischen Gebilde eher suspekt vorkommen mag, das aber eigentlich lediglich von der Sturheit unseres Kopfes und unserem Verstädnis, wie so etwas vor sich gehen sollte, abhängt.
  • Ökologisch: Wieder einmal eine schöne Geste des bürgerlichen Lagers, dass es sich dermassen für ökologische Baumassnahmen interessiert. Nur leider scheinen nicht alle den Begriff Minergie richtig verstanden zu haben. Minergie stellt einen Standard dar, der erreicht werden muss, damit ein Haus diesen Namen tragen darf. Für das Auge des gemeinen Volkes klingt es schön und absolut ökologisch, wenn dort alles nach Minergiestandard gebaut wird. Dass dies aber ein einschränkender Begriff ist, der etwas modifiziert und anders angegangen ökologisch nicht weniger sinnvoll sein kann, ist für die Politik leider schwieriger verkaufbar. Es muss überhaupt nicht alles nach Minergiestandard gebaut werde, damit behauptet werden kann, es sei ökologisch. Es gibt auch andere Massnahmen dafür, wie Bachmann selbst vorschlägt. Und gerade mit seiner geplanten Holzschnitzelheizungstechnik sollten wir Oltner doch hoch erfreut sein, gehören wir doch zu denen, die die neuen Pelletsanlagen in unserer Region unterstützen. Eine wunderbare ökologische Nahrungskette und dazu muss nicht alles unter das anscheinende Überwort Minergie fallen.
  • Diktator Bachmann: Ein Diktator ist eine Persone, die die Alleinherrschaft über ein Land oder dergleichen besitzt. Offensichtlich scheinen auch hier einige Politiker mit ihrer eigenen Materie etwas Verständnisproblem zu bekunden. Denn nur weil in der Schweiz vieles im "Konsens" stattfindet, heisst es nicht, dass dies die einzige Form ist, politisch, ökonomisch oder dergleich zu handeln. Es hat auch bedeutende Nachteile, wenn jede und jeder zu glauben meint, seine Worte würden etwas zählen. Dies zeigt sich diese Tage wieder einmal nur all zu deutlich. Bachmann ist ein Alleinunternehmer. Das ist absolut legitim, auch in einer Zeit der Aktiengesellschaften bei Grossunternehmen. Da er Alleinunternehmer ist, kann er darüber bestimmen, wie gebaut wird, wer baut und was gebaut werden soll. Aber im Gegensatz zu einem Diktator ist er gewillt, sich an die bestehenden und aufgestellten Vorschriften zu halten, so wie mit der Stadt zu kooperieren. Er sitzt mit ihr an einen gemeinsamen Tisch, diskutiert Problempunkte und stellt seine Vorstellungen klar. Dabei geht er auch auf die Ängste ein und hört sich die Expertenstimmen des Baukollegiums an. Wer hier von Diktatur spricht, scheint ein Worterklärungslexikon in seiner Büchersammlung zu fehlen.
  • Gestaltungplan: Leopold Bachmann kann nicht einfach tun und lassen was er will. Dafür wurde ein auf einem internationalen Wettbewerb hervorgegangenes städtebauliches Konzept erstellt, welches auch heute noch seine Geltung hat. Das weiss Bachmann und an diese Regeln wird er sich halten, das hat er unmissverständlich zu Protokoll gegeben. Ein Architekturwettbewerb hatte eins stattgefunden, aber unter anderem dank städtischer Verschlamperei kam es nie dazu, das Siegerprojekt umzusetzen. Wer ein Hirnvermögen hat um etwas in die Vergangenheit zu blicken, weiss, dass das Bachmannsche Projekt gar nicht so stark vom einstigen Siegerprojekt abweicht, im Gegenteil. Aber vor der Wahrheit und den Tatsachen werden bei politischem Gesülze lieber die Augen verschlossen.


Im weiteren mutet es ziemlich komisch an, dass nach jahrelanger Funkstille, plötzlich wenn sich etwas auf dem Areal tut, die gesamte Oltner Cervelatprominenz über das Vorhaben brüskiert. In den Jahren, seit dem das Areal brach liegt, hat öffentlich vor allem Rolf Sommer und seine Gruppierung für Sportanlagen in Olten Süd West konkrete Anstalten gemacht, was mit dem Areal geschehen soll, hat dafür politisch mehrere Vorstösse lanciert und wurde dafür lediglich belächelt und abgeblockt. Die selben Personen, die Sommer und Co. einst belächelten und zu Recht wiesen, sehen es nun für nötig, plötzlich doch noch ihren Senf zum Geschehen dazu zu geben. Verwundern tut es mich nicht, politische Profilierung pur. Denn kaum einer von den Motion ergreifenden Personen hat je mit Bachmann gesprochen, geschweige denn seine Bauten von nahem gesehen. Gleichzeitig wird aber mit Argumenten und möchtegern fachlichen Aussagen um sich geworfen, die sich länger wie mehr als halt- und hirnlos herausstellen.
Sei es für den Wiedereinstieg in die Politik, die definitive Lancierung seiner Politkarriere oder einfach um die eigene Partei ins Rampenlicht stellen zu können, aber spätestens seit den Interviews mit Bachmann und den Begutachtungen seiner Bauten, geht es nicht mehr um die Sache an sich!!!

Dass die Stadt Fehler gemacht hat ist unbestritten. Denn die Holcim hat bestimmt nicht einfach so, das Areal Bachmann zum Verkauf angeboten und nicht der Stadt. Hier wurde gerade in der Bauverwaltung in der Vergangenheit massiv geschlampt. Das ist zwar bekannt, dagegen unternommen wird allerdings nur wenig, unter anderem, da das Beamtentum unterdessen zu stark ist, was für ein politisches System fatal ist, wie sich fortlaufend zeigt.



Die Idee und das Vorhaben von Leopold Bachmann sind zu unterstützen, will Olten nicht ein weiteres Mal ein lukratives Vorhaben verballern, was in der Vergangenheit zu genüge geschah und wiederum von diesen Personen angekreidet wurde, die sich jetzt gegen das Bachmannsche Vorhaben einsetzen. Endlich geht etwas in Olten Süd West, was seit Jahren gefordert wurde und die Stadt kostet es kaum etwas. Und doch ist es dem politischen Brei wieder nicht genehm. Jetzt heisst es sich für das Projekt zu interessieren, sich dafür einzusetzen und danach sogleich eine komplette Erneuerung der Sportanlagen in Angriff zu nehmen. Das wäre zukunftgerichtete, sachliche, objektive, ökonomische und für unsere Stadt wirklich erfolgreiche Politik. Alles andere ist politischer Machtkampf, Profilierung, Egoismus und Laienverhalten!